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Sabine Spitz unter den Titelkandidatinnen

von Erhard Goller

Damen: Fünf Top-Favoritinnen kämpfen um drei Medaillen

 

 

Das Damenfeld der UCI Mountainbike Marathon-Weltmeisterschaften ist über 70 Fahrerinnen groß, der Kreis der Titelkandidatinnen scheint sich aber auf fünf Fahrerinnen eingrenzen zu lassen. Darunter ist auch Sabine Spitz, die am Sonntag auf die Jagd nach ihrer achten Marathon-WM-Medaille geht. Eine nähere Betrachtung.

 

 

Titelverteidigerin Jolanda Neff war zuletzt krank, aber sie sendet Anfang der Woche das Signal: „Ja, ich fahre.“ Und wenn die Schweizerin das tut, dann gehört sie zu den Favoritinnen. Die amtierende Weltranglisten-Erste im Cross-Country wurde ja vor zwei Jahren in Singen bei der EM nur knapp von Sabine Spitz geschlagen, ganz ohne Vorbereitung.

Sie ist sicherlich die Explosivste im Starterfeld und könnte mit einer Attacke eine Spitzengruppe sprengen.

 

Gunn-Rita Dahle-Flesjaa ist bereits am Montag nach Singen angereist, um sich möglichst perfekt auf die WM einzustimmen. Die Norwegerin hat den Langstrecken-Titel nicht weniger als sechsmal gewonnen, zuletzt 2015 im Val Gardena.

 

„Ich war in dieser Saison aufgrund von Verletzungen und Krankheit noch nicht in der Lage zu zeigen, was ich drauf habe, aber ich glaube nach wie vor an einen guten Tag bei der WM“, sagt die 44-Jährige Dahle-Flesjaa. „Es wird ein spezielles Rennen weil es so viele Flachpassagen gibt und es muss nicht zwingend die stärkste Fahrerin gewinnen. Ich bin gespannt und es wird sich zeigen, ob ich meinen elften Titel gewinnen kann oder ob ich auf die Berge im nächsten Jahr warten muss.“

 

Sabine Spitz gehört ohne Frage zu den Mitfavoritinnen. Einmal war sie Weltmeisterin im Marathon (2009) und sieben WM-Medaillen hat sie in dieser Disziplin gewonnen. Doch was sie vor allem mit aufs Favoritenschild hebt, ist einerseits die Fähigkeit sich auf Groß-Ereignisse bestens einzustellen, wie nicht zuletzt ihre drei Olympia-Medaillen beweisen. Und anderseits die Form, die sie im Frühjahr bereits gezeigt hat. Bei ihrem zweiten Weltcup-Platz in Nove Mesto, aber auch zuletzt beim Swiss Bike Cup in Gränichen, wo sie auch Zweite wurde.

 

„Ich versuche mit Gelassenheit an den Start zu gehen und cool zu bleiben. Auf diesem Kurs darfst du nichts übers Knie brechen“, sagt Spitz zu ihrer Strategie.

 

Als eine ihrer größten Konkurrentinnen betrachtet sie die Dänin Annika Langvad. Die war schon dreimal Weltmeisterin auf der Langdistanz und ist amtierende Cross-Country-Weltmeisterin. Im Vorjahr verfehlte sie die Titelverteidigung wohl nur weil sie in Führung liegend die falsche Abzweigung nahm. Nachdem sie sich seit einer guten Woche Dr. der Zahnmedizin nennen darf, ist sie befreit von jeglichem Druck auf dieser Seite.

 

Ex-Weltmeisterin Esther Süss darf auf der Rechnung auch nicht fehlen. Als sie 2010 in St. Wendel den Titel holte, da war das Gelände von ähnlichem Profil wie jetzt in Singen.

 

Darüber hinaus könnten die Südafrikanische Meisterin Robyn de Groot und die Süss’ Cape-Epic-Partnerin Jennie Stenerhag aus Schweden eine Rolle spielen.

 

Die Vorjahres-WM-Zweite und Europameisterin Sally Bigham (GBR) wird dagegen nicht am Start sein. Sie hat dieses Jahr noch keine Rennen bestritten. Und auch die WM-Dritte des Vorjahres, Sabrina Enaux aus Frankreich fehlt auf der Meldeliste.

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