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Hegau Bike Marathon: Spitzensport und Freizeitsport

von Zugang Rothaus Hegau Bike Marathon in Singen

Hegau Bike Marathon: Spitzensport und Freizeitsport

#esgehtwiederlos

 

Der Rothaus Hegau Bike Marathon kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: einige Meisterschaften hat er schon erlebt: Deutsche, Europa- und sogar die Weltmeisterschaft wurde auf dem abwechslungsreichen Kurs rund um den Hohentwiel und im Hegau schon ausgetragen. 2021 werden auf der 49 Kilometer langen Schleife, die es für die Profis zwei Mal zu durchfahren gilt, wieder die Deutschen Meister und Meisterinnen gesucht. Aber auch Freizeitsportler aller Leistungsklassen können auf dem Kurs durch den Hegau ihre Kräfte messen, Spaß haben oder einfach die Aussicht genießen. Und wer partout nicht selbst aufs Rad steigen will, kann die Athleten an den bekannten, kräftezehrenden Anstiegen und schnellen Abfahrten anfeuern.

 

„Das Nebeneinander von Hobbysport und Elite zeichnet diese Veranstaltung schon immer aus“, meint denn auch Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler. „Darum freue ich mich sehr, dass wir am 10.10.21 den bereits 18. Rothaus-Bike-Marathon veranstalten können, besonders nach der Absage im letzten Jahr.“ Aufgrund der damaligen COVID 19 Bestimmungen war eine Durchführung nicht möglich. Und auch in diesem Jahr müssen alle Sportler eine der 3G-Regeln nachweisen. Dasselbe gilt für Zuschauer, die kribbelnde Atmosphäre auf dem Rathausplatz miterleben wollen: auch hier gilt die Auflage, dass nur Getestete, Geimpfte oder Genese Zutritt haben.

 

Wie in den Vorjahren gibt es wieder zwei unterschiedlich lange Schleifen, die je nach Rennklasse einzeln, kombiniert oder zweifach absolviert werden müssen. Den längsten Weg müssen dabei die Kandidaten der Deutschen Meisterschaft der Herren und der Masters (älter als 30 Jahre) zurücklegen: sie starten um 10:30 Uhr am Rathausplatz und fahren zwei Mal die lange Runde à 49 Kilometer mit dem Hegaukreuz und bis fast hinauf nach Welschingen. Der neue Deutsche Meister 2021 wird gegen 14:00 Uhr im Ziel am Rathausplatz in Singen erwartet. Die Frauen starten schon um 10:10 Uhr, absolvieren zunächst die kleine Schleife über 31 km (Streckentrennung kurz vor Duchtlingen), ehe sie auf die große Runde geschickt werden. Nach 80 Kilometern Renndistanz werden sie gegen 13:30 Uhr das Ziel erreichen. Nachdem die Profis den Rathausplatz am Morgen verlassen haben, werden in verschiedenen Wellen die Freizeitsportler und engagierten Amateure auf die Strecken mit 31, 49 und 80 Kilometer Länge starten. Die ersten werden schon gegen 12:00 Uhr wieder die Ziellinie passieren. Den Renntag eröffnet allerdings schon morgens um 9:00 Uhr der Nachwuchs bei den „Sparkassen Kids Races“: Kinder ab der Klasse U9 bis hinauf zur U17 dürfen auf einem abgesperrten Rundkurs kostenlos starten und müssen je nach Alter zwei bis fünf Runden zurücklegen. Neben den klassischen Mountainbike-Rennen gibt es für die Erwachsenen auch noch Team-Wettbewerbe (Thüga Team Cup), ein E-Bike-Rennen auf der 31 km-Runde und Gravel Bike Races über 31 und 49 Kilometer. Gravelbikes sind moderne Weiterentwicklungen der Querfeldein- (Cyclo-Cross-) Räder, die ähnlich aussehen wie Straßen-Rennräder mit gebogenem Lenker, aber etwas stabiler sind und daher auch für den Einsatz auf Feld- und Kieswegen geeignet sind. Dieser Tage hat der Weltradsportverband UCI verkündet, für die Gravelbiker eine eigene Weltmeisterschaft 2022 auszuschreiben.

 

Beim Rennen um die Deutsche Marathon-Meisterschaft gibt es in diesem Jahr wenige klare Favoriten. Wie schon häufiger in der Vergangenheit wird die Frage vor allem sein: Gewinnt ein Marathon-Spezialist oder kann ein Fahrer der Cross-Country-Fraktion auf der schnellen Strecke des Hegau Bike Marathon als Erster die Ziellinie überqueren? Heiß auf den Titel ist der erst 21-jährige Titelverteidiger David List (Lexware) aus Friedrichshafen, der im vergangenen Jahr überraschend im badischen Leutershausen vor seinem Teamkollegen Luca Schwarzbauer (Nürtingen) gewann. Letzterer hat aber am vergangenen Wochenende im US-amerikanischen Snowshoe beim Weltcup-Finale im Cross-Country als Sechster seine derzeit beeindruckende Form unter Beweis gestellt und im Zielinterview klar das Ziel ausgegeben, nach Silber im vergangenen Jahr nun Gold und das Meistertrikot bei der Marathon-Meisterschaft erobern zu wollen. Aber auch der Dritte der letztjährigen Meisterschaften, der hochgewachsene Simon Schneller (Team Bulls) aus dem nordbadischen Oberlengenhardt wird als Titelkandidat hoch gehandelt: er ist derzeit Vierter der Marathon-Weltrangliste. Sicherlich ebenfalls gute Chancen hat die Nummer Zwei der Weltrangliste,

Führender der UCI Marathon Series und amtierende Europameister, der aus dem bayerischen Lenggries stammende Andreas Seewald (Canyon Northwave). Je nach Tagesform können aber auch Sascha Weber (Trek-Vaude), Niklas Schehl (ebenfalls Bulls) und Julian Schelb (Stop&Go Marderabwehr) nach dem Titel greifen.

 

Bei den Frauen könnte es wie bei den Männern eine ausgewiesene Cross-Country-Spezialistin aufs Podium schaffen: Titelverteidigerin Nadine Rieder (Ghost Factory Racing) aus Sonthofen im Allgäu hatte sich zwar im Winter im Training eine schwere Fußverletzung zugezogen, aber beim Cross-Country-Weltcup-Finale in Snowshoe mit einem achten Platz ihre erfolgreiche Rückkehr in den Rennzirkus feiern können. Die Titelverteidigung wäre wohl die Körnung der bislang eher durchwachsenen Saison 2021. Gefährlich könnte ihr aber eine Lokalmatadorin werden: Janine Schneider aus Klettgau hat schon 2010 erstmals den Hegau Bike Marathon - damals in der U17 Kategorie -  gewinnen können – und das ebenso zuletzt 2019. Auch sie ist also so etwas wie eine Titelverteidigerin. 2019 wurde Schneider in Daun Deutsche Meisterin im Marathon – und damit direkte Vorgängerin von Nadine Rieder. Und auch wenn es wahrscheinlich ist, dass der Titel 2021 an eine dieser beiden Athletinnen geht, so steht doch noch eine ganze Reihe anderer im Kampf um die Medaillen bereit: zum Beispiel die beiden jungen Schwestern Luisa und Antonia Daubermann aus Gessertshausen bei Augsburg und die Freiburgerin Bettina Janas (Sportograf.com).

 

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